Die Funk- und Alarmierungstechnik

  

Lange Zeit wurde dies über Sirenen die auf öffentlichen Gebäuden installiert waren getätigt. Der Nachteil hiervon war, dass die gesamte Bevölkerung mit informiert respektive nachts gestört wurde. Auch führte dies zu einer erheblichen Reihe Schaulustigen und Feuerwehrleute die sich nicht in der Umgebung einer Sirene aufhielten wurden nicht mit alarmiert.

 

Deshalb wurde in Esch schon ab 1940 eine sogenannte „stille Alarmierung“ eingeführt, dies mit Hilfe von Alarmklingeln, die in den Wohnungen der Feuerwehrleute installiert wurden. Wenn ein Einsatz gemeldet wurde, betätigte die Polizei diese Klingeln und die zu Hause anwesenden Feuerwehrleute wussten, dass sie in den Einsatz mussten. Nachteil hierbei war, dass die Feuerwehrleute sich zu Hause befinden mussten um  die Alarmierung zu hören, deshalb wurde zu der Zeit die Sirenenalarmierung ebenfalls parallel eingesetzt.


Da aber in den 70iger Jahren die Einsatzzahl stetig anstieg, und sich auch zusehends mehr Einwohner beschwerten, dass die Sirenen oft nachts heulten, wurde der Stadtverwaltung 1973 der Vorschlag unterbreitet ein Funkalarmierungssystem anzuschaffen. Dieser Vorschlag wurde dann auch 1974 vom Schöffen- und Gemeinderat angenommen.

Im Jahre 1975 wurde somit die erste Funkalarmierungsanlage zusammen mit einer Relaisstation für Sprechfunkverkehr in Betrieb genommen. Geplant und gebaut wurde diese Anlage zusammen mit dem Wehrmitglied und Pionier auf diesem Gebiet Gust Meyers und den Firmen Bosch und Eltrona.

 

 

Ab diesem Augenblick konnte unabhängig auf einem eigenen 4m-Funkkanal alarmiert, sowie über Sprechfunk miteinander kommuniziert werden. Das was heute als selbstverständlich gilt war zu dem Zeitpunkt eine kleine technische Revolution. Das System wurde ständig ausgebaut und verbessert, und im Jahre 1990 begannen erste Gespräche um die mittlerweile in die Jahre gekommene Anlage durch eine neue zu ersetzen.

 

  
Der erste Alarmgeber mit verschiedenen Generationen von Meldeempfängern
 

 

Nachdem das Projekt durch den Schöffen- und Gemeinderat bewilligt worden war konnte 1998 ein komplett renoviertes System in Betrieb genommen werden, das es erlaubte digital und verschlüsselt mit den Funkgeräten zu sprechen, so, dass der Funkverkehr abhörsicher war, ein System, das es bis dahin nur bei der Spezialeinsatztruppe der Polizei gab.

 

Wir waren natürlich stolz auf diese Errungenschaft, auch wenn unsere Freude leider nicht von allzu langer Dauer sein sollte. Im Jahr 2000 übernahm Motorola die Abteilung Funk von Bosch/Ascom im Rahmen einer sogenannten feindlichen Übernahme und ein Jahr später kam die Hiobsbotschaft: Die Produktion von Bosch/Ascom-geräten sowie die Ersatzteillieferungen wurden eingestellt. Nachdem wir Anfang 2002 schon erhebliche Probleme hatten Ersatzteile sowie Akku’s  für unsere nicht einmal 5 Jahre alten Funkgeräte zu beschaffen, setzten wir unsere Verantwortlichen bei der Stadtverwaltung hiervon in Kenntnis.

 

Auch dieses Mal hatte der Schöffen- und Gemeinderat ein offenes Ohr für unser Anliegen, und erkannten die Wichtigkeit eines gut funktionierenden Funk- und Alarmierungsnetzes für ihre Feuerwehr. Im Jahre 2004 wurde somit ein Betrag von 40.000€ in den außergewöhnlichen Haushalt  gesetzt um die Anschaffung einer neuen Anlage zu ermöglichen.

Nach verschiedenen verwaltungstechnischen Anfragen wie z.Bsp  das Anfragen einer neuen Funkfrequenz bei den zuständigen Behörden sowie verschiedenen Gesprächen mit den Verantwortlichen  der Rettungsdienstverwaltung konnten die Vorbereitungsarbeiten für die neue Anlage beginnen.

 

Neue Antennen wurden in Eigenarbeit montiert um den Haushalt nicht zu sehr zu belasten, und die Notstromversorgung der Relaisstation wurde erneuert um eine größere Autonomie bei Netzausfall zu erreichen. Im Juli 2004  konnten wir dann unsere neue Relaisstation, die das Herz der ganzen Anlage ist in Empfang nehmen.

  

 

Nachdem dann in alle Fahrzeuge neue Funkgeräte eingebaut und programmiert wurden konnten wir definitiv vom 4m- Band ins 2m Band wechseln.

Parallel hierzu wurde ebenfalls die Alarmierung von analog auf digital umgestellt, so, dass wir ab dem 1. Januar 2001 nun ebenfalls von der nationalen Leitstelle aus alarmiert werden können. Deshalb schafften wir dann ebenfalls digitale Meldeempfänger an, die auch alphanumerische Meldungen anzeigen können.

Es wurde eine Standleitung von der Einsatzleitstelle in der Feuerwache zu dem digitalen Alarmumsetzer auf Galgenberg geschaltet, ein Computer mit der nötigen Software in der Leitstelle installiert um auch im Notfall von hier aus Alarmierungen durchführen zu können, oder Meldungen versenden zu können.

Im Jahre 2008 hat die nationale Verwaltung der Rettungsdienste uns dann mit neuen digitalen Meldeempfängern ausgestattet und übernahm auch die anfallenden Wartungskosten, was unser Haushalt natürlich wesentlich entlastet.

Im Jahre 2009 begannen dann die Vorbereitungen für eine komplette Erneuerung der Leitstelle in der Feuerwache, welche bis dorthin mehrfach umgebaut und technisch nachgerüstet wurde. Nach versschiedenen Sitzungen mit diversen Firmen, die ihre jeweiligen Lösungen vorstellten, konnten wir Ende 2009 den Auftrag für die Arbeiten vergeben. Die Leitstelle soll ein moderner und funktioneller Arbeitsplatz sein, die auch von einem technisch nicht versierten Feuerwehrmann nach einer kurzem Einweisung bedient werden kann.